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Der Mensch, seine Atmung und die Reaktion seines Pferd

Was ist Atmung?

Die Atmung ist ja vor allem etwas, das uns von der ersten Sekunde unseres Lebens, bis zum Ende begleitet. Das gilt natürlich genauso für unsere Pferde. Wir unterscheiden uns da gar nicht so sehr von ihnen. Ohne Atmung gibt es uns nicht und unsere Pferde auch nicht. Für uns ist sie allerdings ein so selbstverständlicher Begleiter, dass sie oftmals  in Vergessenheit gerät. Bis uns die Luft mal weg bleibt, oder sprichwörtlich knapp wird. Dann schnappen wir gerne mal nach ihr. Hat jeder schon mal erlebt. Gerne und vor allem in Situationen, die brenzlich sind. Aber auch, wenn uns etwas unglaublich Schönes passiert. Dann sind wir so überwältigt, dass wir die Luft anhalten. Allerdings nicht für lange. Denn….sie ist Lebenselexir.

 

Selbst und ständig

Die Atmung wird selbständig vom Körper geregelt. Der Körper braucht unsere Aufmerksamkeit nicht, um zu atmen. Das ist auch gut so. Denn da atmen im Zweifelsfall für unser Überleben recht wichtig ist, da es uns den für wichtige Stoffwechselprozesse nötigen Sauerstoff liefert und andererseits das für uns in höherer Konzentration giftige Kohlendioxid aus dem Körper transportiert, ist es von immensem Vorteil, dass wir es durch diesen automatisierten Mechanismus praktisch nicht vergessen können. Sie ist praktisch so etwas wie ein Reflex, geregelt vom Hirnstamm, dem ältesten unserer Hirnbereiche und vom vegetativen Nervensystem, das sich unserem Bewusstsein größtenteils entzieht. Grundsätzlich und von Natur aus passiert Atmung also „wie von selbst“ und völlig entspannt.

 

Wir, die Atmung, die Emotionen und das Pferd

Aber, wer hat es nicht schon mal erlebt? Wenn die Emotionen kommen, sei es jetzt Freude, Glück, oder ganz anders Wut, Ärger oder halt eben Angst, dann wirkt sich das auf die Atmung aus. Und, je nachdem, welche Emotion gerade im Vordergrund ist, die die Atmung beeinflusst, steht auch für den Körper eher Entspannung oder eher Verspannung an.

 

Die Atmung hat auch direkten Einfluss auf die Pferde. Sie bekommen sofort mit, ob der Mensch flach, hektisch und schnell atmet, er also eingenommen ist von Stress, Angst oder Wut. Oder ob er entspannt ist und tief und ruhig atmet. Mit der richtigen und vor allem einer entspannten Atmung lässt sich nicht nur der eigene innere Zustand regeln. Wenn man die Kontrolle über seine Atmung wieder bewusst und aktiv übernimmt, hat das direkte Auswirkung auf das Pferd. Eine der schönsten und tiefsten Erfahrungen mit seinem Pferd kann nämlich sein, wenn einem bewusst wird und vor allem, wenn man spürt, dass sich das Pferd nach der eigenen Atmung ausrichtet. Anfängt, die eigene Atmung zu übernehmen und damit in Verbindung geht. Tief, ruhig entspannt und letztlich…. Gelassen.

 

Ein ruhiges Pferd durch einen ruhig atmenden Menschen

Das ist eine der wichtigsten Erkenntnisse überhaupt, wenn man das Zusammensein mit Pferden harmonisch und zufrieden erleben möchte. Ruhe und Gelassenheit führen immer auch über eine entsprechende Atmung. Und nur, wenn der Mensch es bewusst vormacht, kann ihm das Pferd auch dahin folgen. Es folgt ihm sowieso. Es folgt ihm auch in die Stressatmung und in die Nervosität oder Unruhe. Und dieser Mechanismus, der beim Pferd, das seinen Menschen ja in jeder Sekunde spiegelt, ist ideal, um auf einfache und auc auf sanfte Art und Weise eine Veränderung herbeizuführen.

 

In den folgenden Artikeln wird es unter anderem darum gehen, mehr über die Atmung an sich zu erfahren, das Bewusstsein für die Macht der eigenen Atmung zu wecken und auch eine Idee davon zu bekommen, was genau denn mit der eigenen Atmung nicht so ganz richtig läuft, bzw. mit welchen Übungen das geändert werden kann. Du bekommst also direkt Werkzeuge an die Hand, die dich dabei unterstützen, deine Atmung gezielt zur deiner Beruhigung und damit zur Beruhigung deines Pferdes einzusetzen.

 

Resultate, Resultate, Resultate

Das Ergebnis? Mehr Ruhe, mehr Sicherheit, mehr Stabilität und schlussendlich…. Mehr Vertrauen.