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Die Angst und deine Atmung

Die Angst und deine Atmung

Atmen ist Schwerstarbeit für die Muskeln. Daher hat die Art und Weise, wie du deinen Atemmuskel, das Zwerchfell, einsetzt, mitunter erstaunliche Auswirkungen. Vor allem auch auf deine Angst.

 

 

Tiefes Atmen gehört ist eine der effektivsten Möglichkeiten, um einen gestressten Körper wieder zu beruhigen. Durch die tiefe Atmung gelangt mehr Sauerstoff in den Körper, wodurch Anspannungen gelöst und Emotionen besser kontrolliert werden können. Auch mit Angst und Panikattacken kann dadurch besser umgegangen und eine innere Ruhe aufgebaut werden.

 

 

Bei den meisten Ängsten, die wir heutzutage erleben, ist nicht die tatsächlich gerade erlebt Situation in diesem Moment der Auslöser. Das Problem ist, dass wir eben nicht das wahrnehmen, was gerade tatsächlich passiert, sondern mit unserer Vorstellung einerseits in der Vergangenheit sind. Bei dem, was wir, damals vielleicht sogar tatsächlich erlebt haben (zum Beispiel einen unschön ausgegangenen Sturz im Gelände). Und seitdem auf jeden Fall immer und immer wieder in unserem Kopf. Und wir sind andererseits mit den Gedanken in der Zukunft. Nämlich bei all dem Schrecklichen, was EVENTUELL alles passieren KÖNNTE. Also….vielleicht. Eventuell. Naja, passiert ist zwar noch nichts weiter, aaaaaber, es könnte ja jederzeit!!

 

Kennst du diese Gedanken? Sie trennen dich von dir selber, von deinem Pferd, das ja immer nur im jetzigen Moment sein kann und von der Situation, in der ihr euch gerade befindet. Und vor lauter Kopfkino und den dazugehörigen Gefühlen, die auch nicht wirklich viel Spaß machen, bekommst du überhaupt nicht mit, was so gerade los ist. Ob es nicht vielleicht einen schönen Sonnenuntergang zu beobachten gibt. Du kannst die Verbindung zu deinem Pferd nicht spüren, geschweige denn genießen, du bist ja mit jeder Faser deines Körpers eben nicht beim Pferd. Und es entgeht dir auch, wenn es zu einer Situation kommt, in der du vielleicht wirklich aufpassen und rechtzeitig handeln solltest. Das kann im schlimmsten Fall sogar gefährlich werden.

 

Steigt die innere Anspannung und kommt sogar die Angst wieder hoch, wird oft in die Brust geatmet. Dabei weitet sich der Brustkorb, wobei viele Atemhilfsmuskeln angespannt werden und sich verspannen. Während der Brustatmung wird überwiegend in den oberen Lungenabschnitt geatmet. Die Sauerstoffaufnahme ist dadurch viel geringer, sodass sich eine innere Anspannung verstärkt.

 

 

Unser Atem ist im Hier und Jetzt verankert, denn nur da findet er statt. Du kannst weder in der Vergangenheit, noch in der Zukunft atmen. Und komplett vergessen wirst du es logischerweise auch nicht, denn dann würdest du ja ersticken. Ziemlich unwahrscheinlich. Was aber gerne mal passiert, ist, dass das Atmen völlig in den Hintergrund tritt. Oder wir unserer Atmung nicht mehr bewusst sind und nicht merken, dass wir uns durch die Art und Weise, wie wir atmen noch so richtig in einen Angstanfall reinrammeln. Kennst du das? Flache, schnelle Atmung, die im Brustkorb endet? Du pumpst dich immer mehr auf, bekommst aber durch die flache Atmung viel zu wenig Sauerstoff, dein Schwerpunkt verlagert sich nach oben und du wirst völlig instabil. Verlierst sprichwörtlich den Boden unter den Füßen.

 

Dadurch, dass du dich nicht einfach atmen lässt, sondern anfängst, wieder auf deinen Atem zu achten, ihn bewusst werden zu lassen, rückt er wieder in den Mittelpunkt. Und genau da gehört er auch hin. Mit der Achtsamkeit auf die Atmung und indem du sie bewusst Schritt für Schritt änderst,

 

  • holst du dich wieder in den gegenwärtigen Moment zurück
  • bekommst du wieder genug Luft
  •  bist zunehmend in der Lage, wahrzunehmen, was um dich herum los ist
  • nimmst du einen ganzen Schwung innere Anspannung von dir
  • wirst stabil
  • kommst in Verbindung mit deinem Pferd

Deinen Atem hast du immer bei dir. Er kostet dich nichts und trotzdem ist er ein sehr wirkungsvolles Instrument heraus aus deiner Angst. Wir erliegen oft dem Irrtum, dass nur das, was aufwändig, schwierig oder teuer ist auch wirken kann. Dein Atem wird dich eines anderen belehren.

 

Allerdings gibt es ein paar Bedingungen, die du erfüllen musst, wenn du deine Atmung dauerhaft und effektiv verändern möchtest:

 

  • Sei achtsam auch mit dir. Es ist normal, dass du etwas Neues nicht gleich perfekt kannst
  • Habe Geduld
  • Löse dich Stück für Stück von deiner Anspannung

 Und….

 

Komme wieder in deinem Leben an, in dem dich die Angst nicht mehr im Griff hat.

 

Ein paar Übungen gefällig, die dir helfen, deine Angst ein ganzes Stück weit wegzuatmen? Bitteschön: hier entlang!