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Wie helfen uns die Pferde raus aus dem Stress?

Mit dem Pferd zur Achtsamkeit

 

 Wir bekommen ja immer öfter und immer wieder gerne erzählt, dass innere Einkehr und Achtsamkeit uns hilft, aus dem Stress, den sicher die meisten von uns nur zu gut kennen, ein Stück weit herauszukommen. Runter zu fahren, zu uns selber zu finden. Zu oft gelingt das aber nicht, die Gedanken sind schnell wieder unterwegs und die Achtsamkeit ist dahin. Es gibt allerdings jemanden, der es uns vormacht. Der uns zeigt, wie es geht, das mit der Achtsamkeit. Unsere Pferde. Achtsamkeit ist letztlich nichts anderes, als das Sein im Jetzt. Das Wahrnehmen von dem, was ist. In uns und um uns herum. Die Gefühle in uns einfach wahrnehmen, ebenso wie das Außen. Ohne zu bewerten, ohne zu urteilen. Die Pferde sind wahre Meister darin.

 

 

 Pferde bekommen mit ihrer feinen Wahrnehmung sofort mit, wie wir uns auf eine Situation vorbereiten, wie wir einer Situation begegnen. Sind wir aufgeregt, steigen Herzfrequenz und Pulsschlag und unsere Atmung wird schneller und flacher. Das sind klare Anzeichen für Unsicherheit oder Angst. Das Pferd als Fluchttier reagiert unmittelbar darauf. Es reichen schon Gedanken wie „Geht das Pferd heute am Gruseleck vorbei?“ „Wird der Schmiedtermin wieder in Kampf ausarten?“ „Was ist, wenn ein anderes Pferd losschießt?“. In diesem Moment, in dem solche Gedanken aktiv werden, verlassen wir das JETZT. Wir sind nicht mehr auf einer Ebene mit unserem Pferd. Der Ebene der reinen Wahrnehmung. Was passiert? Beim Pferd kommt die Info an: Irgendetwas stimmt nicht. Das wiederum heißt für das Pferd im Zweifelsfall: Gefahr. Als Fluchttier reagiert es mit einer erhöhten Fluchtbereitschaft, wird nervös. Das wiederum hat zur Folge, dass der Mensch noch nervöser wird, was das Pferd wieder sofort wahrnimmt. Es wird ebenfalls nervös…… und wir sind mittendrin im Teufelskreis.

 

 Der Ausweg? Wieder auf die Ebene der Wahrnehmung gehen. Nur wahrnehmen, was  gerade TATSÄCHLICH ist. Nicht darüber nachdenken, was vielleicht sein könnte. Nicht bewerten, nicht beurteilen. Damit kommen wir aus dem Gedankenkarussell heraus, das uns vom Pferd trennt, weil es uns in der Vergangenheit oder in der Zukunft festhält. Damit bekommen wir wieder mit, was gerade in uns und um uns herum los ist. Ob wir uns wirklich in einer Situation befinden, die unser Handeln erfordert, vielleicht sogar unangenehm ist. Oder vielleicht, wie so oft, einfach nur eine ganz normale Situation im Zusammensein mit unserem Pferd. Dadurch kommen wir in Verbindung. Mit uns selber und mit dem Pferd. Und wir können in jedem Moment angemessen reagieren. So, wie es die Situation erfordert. Das geht nämlich nur im Jetzt. Eine andere Möglichkeit zum Handeln gibt es nicht. Für keinen auf der Welt. Denn durch unseren Körper befinden wir uns im Jetzt immer. Getrennt vom Jetzt und damit auch ein Stück weit vom Pferd werden wir durch die Gedanken. Sie binden die Aufmerksamkeit. Und die fehlt uns dann in der Begegnung mit dem Pferd. Das merkt das sofort und spiegelt es uns direkt. Das Pferd ist der beste Achtsamkeitslehrer, den wir haben können.